Hannover: ADFC bei 'Women in Cycling'
Frauen aus Fahrradwirtschaft, Radsport, Tourismus und Forschung sind kürzlich zum zweiten Treffen von Women in Cycling, Hub Hannover, zusammengekommen. Eine Vorständin des ADFC Region Hannover war wieder dabei.

Women in Cycling Germany ist ein bereichsübergreifendes Netzwerk, das Frauen im Fahrradsektor sichtbarer macht, sie vernetzt und unterstützt. Zusammen setzen wir uns dafür ein, das Radfahren als Mittel für Gleichstellung, Emanzipation und die Mobilitätswende zu stärken. Über 700 engagierte Expert*innen aus verschiedenen Bereichen arbeiten im seit 2024 bestehenden Netzwerk daran, Strukturen zu verändern und die Fahrradbranche inklusiver zu gestalten. Deutschlandweit agieren derzeit acht regionalen Hubs wie der in Hannover, es gibt außerdem elf Arbeitsgruppen und einen Beirat mit Expert*innen.
Die lokalen Hubs schaffen auf kurzem Weg Gelegenheit für Austausch, Vernetzung und neue Kooperationen vor Ort. In Hannover haben sich dafür bisher etwa 30 Frauen zusammengetan - darunter auch Aktive des ADFC Region Hannover. Zusammen wollen wir dieses branchenübergreifende Netzwerk ausbauen – mit After-Works, Business-Frühstücken, Lunch-Talks, Radtouren und Formaten, die wir gemeinsam entwickeln.
Ende Oktober hat nun Julia-Maria Blesin, die auch die Gründung des Women in Cycling Hubs in Hannover im Sommer initiiert hatte, zum “Afterwork”-Treffen eingeladen. Im Vortragsraum von linexo.bywertgarantie am Aegi gab es neben Häppchen und Austausch zwei spannende Kurzvorträge von Frauen aus dem Netzwerk.
E-Bike-Studien an der MHH
Die Sportwissenschaftlerin Dr. Hedwig Theda Boeck berichtete aus ihren Forschungsprojekten an der Medizinische Hochschule Hannover. Eine große und viel beachtete Studie hat gezeigt, dass E-Bike-Fahren fast ebenso gesundheitsförderlich ist wie das Fahren mit dem Fahrrad ohne Motor. Menschen, die sich für ein E-Bike entscheiden, lassen in der Folge öfter mal ihr Auto stehen und nutzen das Rad für ihren Arbeitsweg. Die Forschung zeigte auch, dass Unternehmen profitieren, wenn sie diese Aktivität ihrer Mitarbeitenden unterstützen.
In ihrer neuen klinischen Studie “Empower Ride - Mit Bewegung zu mehr Energie” untersucht die Sportwissenschaftlerin gerade, welches gesundheitsförderndes Potenzial E-Bike-Fahren für Frauen mit Brustkrebs hat. Kann es auch während einer Strahlentherapie helfen, die belastende tumorassoziierte Fatigue zu lindern? “Die Motorunterstützung erlaubt es, die körperliche Belastung an die jeweilige Tagesform und Leistungsfähigkeit anzupassen und damit während einer belastenden Krebstherapie aktiv mobil zu bleiben."
Studie von ‘Women in Cycling’ und Fahrradversicherer
Julia-Maria Blesin gab in einem kurzen Vortrag Ergebnisse der aktuellen Women in Cycling Germany Studie und der Befragungen von linexo weiter. Die Erkenntnis aus den Daten entsprachen dem Wissen der Anwesenden aus der Praxis: Frauen nutzen das Fahrrad vor allem für Alltagswege - in der Freizeit und im Sport nutzen sie es deutlich seltener als Männer. Neben einer zielgruppengerechten Ansprache durch die Fahrradwirtschaft und passenden Angeboten im Sport fehlt es sehr oft an ausreichend Sicherheit durch gute, geschützte Radwege, um mehr Frauen für das Fahrradfahren zu gewinnen.
ADFC Region Hannover im regionalen Netzwerk
“Mehr Frauen für das Fahrradfahren begeistern - das gehört unbedingt auch zu unseren Zielen im ADFC”, sagt Annette Volland aus dem Vorstand des ADFC Region Hannover, die zum zweiten Mal beim Netzwerktreffen von Women in Cycling dabei war und schon seit mehreren Jahren vereinsintern engagierte Frauen vernetzt. “Gute, sichere und einladende Radwege sind ja eine Kernforderung des ADFC, dafür setzen wir uns überall ein. Wir können uns durch die vorgestellten Daten absolut bestätigt fühlen. Und der Austausch bei Women in Cycling Hub Hannover wird künftig sicher noch viele gemeinsame Interessen deutlich machen."