Ziegelsteinstraße: Trauerspiel über mehr als 17 Jahre? - ADFC Neustadt am Rübenberge

Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club Ortsgruppe Neustadt am Rübenberge

2015 mahnte Marcus König, 2026 mahnt der ADFC Bildmontage © Ute Biegelmann

Ziegelsteinstraße: Trauerspiel über mehr als 17 Jahre?

In der Ziegelsteinstraße gibt es eine Radstreifen-Lücke. Schon 2015 ließ sich Marcus König dort demonstrativ fotografieren. Jetzt stand der ADFC an der gleichen Stelle und sah immer noch eine Lücke. Nutzt den Radwegbauetat für den Lückenschluss!

Im nordöstlichen Teil der Ziegelsteinstraße, also zwischen Äußerer Bayreuther Straße und Heroldsberger Weg gibt es noch immer eine Radstreifenlücke. Schon 2015 machte Marcus König, damals noch CSU-Stadtrat extra einen Pressetermin, um u.a. auf diesen Missstand hinzuweisen. In der NN war er zu sehen, wie er unter einem Radweg-Schild (Z 237) steht, das zwar einen Radstreifen ankündigt, aber tatsächlich nur wenige Meter vor dem Lückenbeginn steht. Marcus König ist inzwischen seit über 6 Jahren Oberbürgermeister, aber die Lücke besteht immer noch. 

Dabei wurden im Verkehrsausschuss durchaus fleißig Beschlüsse zu diesem Abschnitt gefasst: 2016 zur Bushaltestelle in diesem Bereich, 2018 zu einem Radstreifen von der Äußeren Bayreuther Straße bis zur Carl-Schurz-Straße, bei dem die heutigen Senkrechtparker verschoben worden wären. 2022 lagen dann Pläne für die gesamte Ziegelsteinstraße zwischen Äußerer Bayreuther Straße und Marienbergstraße vor, die auch wieder die Schließung der Radstreifenlücke vorsahen, diesmal aber nicht mehr mit Senkrechtparkern, sondern mit Längsparkern neben dem neuen Radstreifen. Nach einigen Änderungen wurde der Plan dann 2023 beschlossen, 2025 für den Abschnitt zwischen Carl-Schurz-Straße und Flataustraße noch einmal. 

Mit diesen Plänen wurden auch viele andere Ziele angestrebt: Entfernung der seit 1996 nicht mehr genutzten Straßenbahnschienen, Querungshilfen für die Fußgängerinnen, Verbreiterung der vorhandenen Radstreifen um Sicherheitstrennstreifen zu den Parkern, Befreiung einiger Fußwege von Parkern, neue Bäume, eine neue Busspur vor der Ampel am Fritz-Munkert-Platz. Alles zusammen sollte 2022 6,8 Mio € kosten, wofür allerdings ein Zuschuss von 50% erhofft wurde. Die vielen neuen Dinge riefen aber auch Protest von AnwohnerInnen hervor, sie fürchteten um einen Teil der Parkplätze am Straßenrand und um die Möglichkeit, Parkplätze auf dem eigenen Grundstück anzulegen, weil davor Bäume stehen würden. Nach Gesprächen hieß es aber: die Pläne bleiben so.

Geschehen ist aber bis heute trotzdem nichts. Die SÖR-Werkleitung wollte das Projekt offensichtlich nicht und hat nicht einmal versucht, es in der Mittelfristigen Investitionsplanung der Stadt Nürnberg unterzubringen, sondern es gar nicht erst dafür angemeldet. Und jetzt war einer Vorlage für den SÖR-Werkausschuss am 15. Juli zu entnehmen, dass auch in den nächsten fünf bis sechs Jahren nichts passieren soll, weshalb für immerhin 230.000 € die gröbsten Schäden beseitigt werden sollen, um für Verkehrssicherheit zu sorgen und die Lärmbelästigungen etwas zu senken. Die Radstreifenlücke würde aber weiterhin bleiben. Seit Marcus Königs Pressetermin wären dann schon 17 Jahre vergangen.

Lückenschluss ausgliedern und vorziehen

Um dies zu verhindern, muss das Gesamtpaket leider wieder aufgeschnürt werden. Genauso wie die Fahrbahnsanierungen (und auch schon eine 2024 durchgeführte Fahrbahnsanierung an Südwestecke) kann der Radstreifen-Lückenschluss ausgegliedert und mit Mitteln aus dem Radwegbauetat gebaut werden. Hier sind nämlich die 10 Mio € pro Jahr noch nicht voll verplant, aus früheren Jahren sind 17 Mio € bis heute nicht genutzt worden. Es mag zwar sein, dass einige Kosten gespart würden, wenn alle Maßnahmen auf einmal erledigt würden, aber durch eine Verschiebung um mehrere Jahre würden durch die Preissteigerungen auch neue Kosten entstehen. Und die allerbesten Erfahrungen haben wir mit Baustellen, bei denen alles auf einmal erledigt werden soll, auch nicht gemacht. Darum unsere Aufforderung an die Politik: Den Lückenschluss bei den Radstreifen jetzt ins Bauprogramm aufnehmen und für die Nutzung des Radwegbauetats vorsehen!

Albrecht Steindorff

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